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Anlage 2 - Begründung

                                    
                                        Fortschreibung
des
seit
03.07.2006
wirksamen
Flächennutzungsplanes
und
Landschaftsplanes der Stadt Landshut mit dem Deckblatt Nr. 62 „Westlich der Autobahn
A 92 – südlich Seebach“ im Parallelverfahren mit dem Bebauungsplan Nr. 10-5/6 „Westlich
der Autobahn A 92 – südlich Seebach“
Begründung

1.0 Anlass und Zweck

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2.0 Fortschreibungsbereich

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Das Verfahren zur Fortschreibung des Flächennutzungsplanes und Landschaftsplanes mit dem
Deckblatt 62 erfolgt im Parallelverfahren mit dem Bebauungsplan Nr. 10-5/6 „Westlich der
Autobahn A 92 – südlich Seebach“.
Planungsrechtliches Ziel ist die Ausweisung eines Sondergebietes mit der Zweckbestimmung
„Photovoltaik - Freiflächenanlage“. Die Nutzung soll mit Eintritt der Rechtskraft des
Bebauungsplanes auf 20 Jahre befristet werden, mit der Möglichkeit einer Verlängerung der
Laufzeit auf max. 30 Jahre.
Die Stadt Landshut hat im Jahr 2010 eine Machbarkeitsstudie zur Untersuchung potentiell
geeigneter Photovoltaikstandorte im Stadtgebiet in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse dieser
Untersuchung können als Grundlage kommunaler Bauleitplanverfahren, Plangenehmigungs- oder
Planfeststellungsverfahren herangezogen werden. Für das Planungsgebiet des vorliegenden
Bebauungsplanes ergibt sich im Rahmen der Studie ein potentiell geeigneter Standort für
Photovoltaikanlagen.
Mit der Errichtung von Freiflächenphotovoltaikanlagen werden Ziele der CO 2 -Einsparung, des
Klimaschutzes, der Ressourcenschonung sowie der Sicherung und des Umbaus der
Energieversorgung verfolgt. Um die geplante Nutzung in der verbindlichen Bauleitplanung
festsetzen zu können, ist im Flächennutzungsplan eine entsprechende Darstellung als
Sondergebiet mit der Zweckbestimmung Photovoltaik-Freiflächenanlage (§ 11 BauNVO)
notwendig.

Der Flächenutzungsplan und der Landschaftsplan sollen im Bereich südlich des Seebachs und
westlich der A 92 fortgeschrieben werden.

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3.0 Bestehende und geplante Darstellung

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Bestehende Darstellung:

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Der wirksame Flächennutzungsplan sowie der wirksame Landschaftsplan zeigen im zur
Fortschreibung vorgesehenen Bereich großflächig Acker- und Grünlandflächen. Der nördliche
Änderungsbereich wird von Südwesten in Richtung Nordosten von einer Hochspannungsfreileitung
gequert. Über einen Teil des Fortschreibungsbereiches verlaufen parallel die Bauverbotszone und
die Anbaubeschränkungszone entlang der A 92. Außerdem ist der Änderungsbereich großflächig
von extremen und teilweise von 100-jährlichen Hochwasserereignissen betroffen.
Im Flächennutzungsplan und Landschaftsplan werden entlang der A 92 gliedernde und
abschirmende Grünflächen bzw. geplante gliedernde und abschirmende Grünflächen dargestellt,
ebenso entlang des Seebachs, wo diesbezüglich Schwerpunkte ausgebildet werden. Im
wirksamen Landschaftsplan werden am Seebach schützenswerte Lebensräume dargestellt,
welche teilweise als Biotope i.S.v. Gewässerbegleitgehölzen und Hecken amtlich kartiert sind. Am
nördlichen Geltungsbereichsrand werden landschafts- und ortsbildprägende Gehölze teilweise
auch als schützenswerte Lebensräume dargestellt und auch Aussage zur Erhaltung von
Kleinstrukturen als Habitate und erlebniswirksame Elemente getroffen. Die Planzeichnung
beinhaltet am Seebach die Darstellung von Einzelbäumen. Das am Klötzlmühlbach ausgewiesene
FH-Gebiet liegt jenseits der Autobahn.

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Geplante Darstellung:
Mit der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes wird der Bereich der Solar-Module als
Sondergebiet mit der Zweckbestimmung Photovoltaik-Freiflächenanlage mit gliedernden und
abschirmenden Grünflächen in den überwiegenden Randbereichen dargestellt. Mit der
Fortschreibung des Landschaftsplanes wird der Bereich der Solar-Module als Siedlungsfläche mit
gliedernden und abschirmenden Grünflächen in den überwiegenden Randbereichen dargestellt.
Zusätzlich werden die Darstellungen u.a. im Bereich Seebach zu den in der parallel laufenden
verbindlichen Bebauungsplanung Nr. 10-5/6 „Westlich der Autobahn A 92 – südlich Seebach“
geplanten Eingriffsausgleichsmaßnahmen ergänzt.
4.0 Bestehende Strukturen

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Im Osten wird das Planungsgebiet durch den Seebach und die Autobahn A 92 begrenzt. Im
Westen bildet die sich zwischen bestehenden Gehölzen erstreckende Feldrain eine sichtbare
Begrenzung des Planungsgebietes.
Den an die Autobahn und den Seebach direkt angrenzenden Flächen ist die Funktion als
abschirmende und gliedernde Grünfläche zu den anschließenden Acker- und Grünlandflächen
zugewiesen.
Der Landschaftsplan stellt im Bereich des Seebachs ein amtlich kartiertes Biotop mit der Nr. 4 und
schützenswerte Kleinstrukturen nach § 30 BNatSchG dar.
5.0 Zielvorgaben
5.1 Vorgaben der Landesplanung

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Im Landesentwicklungsprogramm ist die Stadt Landshut als Oberzentrum ausgewiesen. So sollen
Oberzentren die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen in allen Bereichen
des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens ermöglichen. Außerdem müssen
Oberzentren in die Lage versetzt werden, sich als attraktive Wohn- und Wirtschaftsstandorte
weiterentwickeln zu können.
Zur Wahrung nachhaltiger Lebensbedingungen heutiger und künftiger Generationen ist
anzustreben, dass Energie stets in ausreichender Menge kostengünstig, sicher und
umweltschonend in allen Landesteilen zur Verfügung steht. Auf allen Ebenen und Sektoren sind
ein sparsamer und rationeller Umgang mit Energie und ein Einsatz besonders effizienter
Energieerzeugungs- und -verbrauchstechnologien anzustreben.
Dabei sollen Freiflächen-Photovoltaikanlagen möglichst auf vorbelasteten Standorten realisiert
werden (LEP 6.2.3 G), um erneuerbare Energien verstärkt zu erschließen und zu nutzen (LEP
6.2.1 Z).
5.2 Vorgaben der Regionalplanung

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Das Oberzentrum soll nach Aussage des Regionalplans als Siedlungs- und Wirtschaftsstandort
der Region gestärkt werden.
Gebiete mit besonderer Bedeutung für Naturschutz und Landschaftspflege sind in den
Regionalplänen als landschaftliche Vorbehaltsgebiete festzulegen (LEP 7.1.2 Z). Die vorliegende
Planung kommt gem. Tekturkarte „Landschaftliche Vorbehaltsgebiete“ zu Karte 3 „Landschaft und
Erholung“ (RP 13 B I 2.1.1.1 Z) im Bereich des Landschaftsraumes Unteres Isartal mit Münchener
Schotterebene zu liegen.
Außerhalb der Wasserschutzgebiete sind empfindliche Bereich der Grundwassereinzugsgebiete
für die öffentliche Wasserversorgung als Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für die
Wasserversorgung in den Regionalplänen festzulegen (LEP 7.2.4 Z). Die vorliegende Planung
kommt gem. Tekturkarte „Wasserwirtschaft“ zur Karte 2 „Siedlung und Verkehr“ (RP 13 B VIII 1.4
Z) im Bereich des Vorranggebietes für die Wasserversorgung T62 Siebensee Stadt Landshut zu
liegen.

5.3 Vorgaben der Wasserwirtschaft
Baugebiete im Sinne des § 78 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WHG sind in Überschwemmungsgebieten aus
wasserwirtschaftlicher Sicht eine Fehlentwicklung. Die vorliegende Planung kommt teilweise im
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Bereich des durch Rechtsverordnung vom 29.07.2016 festgesetzten Überschwemmungsgebietes
des Klötzlmühlbaches zu liegen. Der Klötzlmühlbach ist ein Gewässer III. Ordnung in der
Zuständigkeit der Stadt Landshut.
5.4 Vorgaben der städtebaulichen Planung
Für die Photovoltaik-Freianlagen ist ein Sondergebiet notwendig.
Das Sondergebiet kann gut an das öffentliche Wegesystem angebunden werden. Das Grundstück
wird durch gliedernde und abschirmende Grünflächen in das Landschaftsgebiet eingebettet. Die
wirksamen Grünstrukturen um die Photovoltaik-Freiflächenanlage bleiben bestehen und werden
intensiviert.

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6.0 Umweltbericht

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Der angefügte Umweltbericht ist Bestandteil der vorliegenden Begründung. Dieser enthält
detaillierte Aussagen zu den vorgenannten übergeordneten Planvorgaben, der Bestandssituation
und deren Bewertung sowie zur Anwendung der naturschutzrechtlichen Eingriffsbilanzierung.

Landshut, den 20.12.2019
STADT LANDSHUT

Landshut, den 20.12.2019
Baureferat

Alexander Putz
Oberbürgermeister

Doll
Ltd. Baudirektor

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