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Anlage 3 - Umweltbericht

                                    
                                        Fortschreibung
des
seit
03.07.2006
wirksamen
Flächennutzungsplanes
und
Landschaftsplanes der Stadt Landshut mit dem Deckblatt Nr. 62 „Westlich der Autobahn A
92 – südlich Seebach“ im Parallelverfahren mit dem Bebauungsplan Nr. 10-5/5 „Westlich
der Autobahn A 92 – südlich Seebach“
Umweltbericht

1.

Lage und heutige Nutzungen

2.

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Das Planungsgebiet liegt im Stadtteil Münchnerau. Im Nordosten wird das Planungsgebiet durch
den Seebach und im Südosten durch die Autobahn A 92 begrenzt. Von Nordwesten bis Südosten
bildet die sich zwischen bestehenden Gehölzen erstreckende Feldrain eine sichtbare Begrenzung
des Planungsgebietes. Die Flächen werden im Bestand landwirtschaftlich genutzt.
Inhalt und Ziele der Flächennutzungsplanung / Landschaftsplanung

Anlass der Flächennutzungsplanänderung

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3.

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Für das Planungsgebiet stellt der Landschaftsplan großflächig Acker- und Grünlandflächen dar. Im
Anschluss an die A 92 und den Seebach sind geplante abschirmende und gliedernde Grünflächen
eingetragen. Der nördliche Änderungsbereich wird von Südwesten in Richtung Nordosten von
einer Hochspannungsfreileitung gequert, außerdem ist der Änderungsbereich großflächig von
extremen und teilweise von 100-jährlichen Hochwasserereignissen betroffen. Östlich durchkreuzen
die Bauverbotszone und die Anbaubeschränkungszone entlang der A 92 den Planungsbereich.
Der Landschaftsplan stellt flächenhaft am Seebach das amtlich kartierte Biotop mit der Nr. 4 i.S.v.
Gewässerbegleitgehölzen, Hecken und schützenswerte Kleinstrukturen nach Art. 30 BayNatSchG
sowie Einzelbäume dar. Letztere werden am nördlichen Rand des Änderungsbereichs auch flächig
als landschafts- und ortsbildprägende Gehölze dargestellt. Außerdem sind dem Landschaftsplan
Symbole zu entnehmen, die auf die Erhaltung von Kleinstrukturen als Habitate am Seebach
hinweisen.

4.

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Planungsrechtliches Ziel ist die Ausweisung eines Sondergebietes mit der Zweckbestimmung
„Photovoltaik-Freiflächenanlage“. Die Nutzung soll mit Eintritt der Rechtskraft des
Bebauungsplanes auf 20 Jahre befristet werden, mit der Möglichkeit zur Verlängerung der Laufzeit
auf max. 30 Jahre. Die Fortschreibung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes im Bereich
„Westlich der Autobahn A 92 – südlich Seebach“ soll im Parallelverfahren mit der Aufstellung des
Bebauungsplanes Nr. 10-5/6 „Westlich der Autobahn A 92 – südlich Seebach“ durchgeführt
werden. Mit der Errichtung einer Freiflächenphotovoltaikanlage werden Ziele der CO 2 -Einsparung,
des Klimaschutzes, der Ressourcenschonung sowie der Sicherung und des Umbaus der
Energieversorgung verfolgt.
Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen

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Im Folgenden wird auf die einzelnen Schutzgüter eingegangen.
4.1 Schutzgutaspekt Mensch

Durch die angrenzende Infrastruktur (Autobahn) ist die Fläche für geplante Photovoltaik bereits
vorbelastet. Die Flächen erfüllen im Bestand keine Erholungsfunktion. Das Gelände ist im
Übergang zu den landwirtschaftlichen Flächen durch eine Durchgrünung verträglich eingebunden.
-

Verbleibende Beeinträchtigung Schutzgut Mensch:

Die vorliegend geplanten Sondergebietsflächen kommen außerhalb von Überschwemmungsgebieten zu liegen. Mittels lichttechnischem Gutachten wurde im Rahmen des vorliegenden
Parallelverfahrens nachgewiesen, dass durch das geplante Vorhaben keine erhebliche
Blendwirkung in Richtung Autobahn A 92, Verkehrslandeplatz Ellermühle und schutzbedürftiger
Nachbarschaft verursacht wird. Somit besteht keine weitere Beeinträchtigung für den Menschen.
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4.2 Schutzgutaspekt Boden
Die Böden des Planungsgebietes sind anthropogen überprägt und damit vorbelastet.
Im Zuge der Überplanung ergibt sich keine Versiegelung.
-

Verbleibende Beeinträchtigungen Schutzgut Boden:

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Die intensiv genutzten Landwirtschaftsflächen unter den Solar-Modulen, deren Randbereiche und
geplante Ausgleichsflächen werden in eine extensive Wiese bzw. naturnahe Bachufer
umgewandelt. Die Unterkonstruktionen der Module werden punktuell in den Boden gerammt. Es
kommt dabei zu keiner Versiegelung des Bodens. Lediglich die notwendige Trafo-Station wird zu
einer nicht signifikanten Versiegelung auf kleiner Fläche führen.

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4.3 Schutzgutaspekt Klima/Luft

-

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Durch die Überstellung landwirtschaftlicher Flächen mit Photovoltaikmodulen ergibt sich keine
Versiegelung. Es werden Absorptionsflächen für Sonneneinstrahlung verschattet und
Reflexionsflächen geschaffen. Angrenzende Grünstrukturen bleiben erhalten. Die Durchgrünung in
den Randbereichen der Planungsgebiete bedingt unter anderem einen Abkühlungseffekt. Diese
Eingrünungsstrukturen beeinflussen vor allem die unmittelbare Umgebung. Insgesamt kommt den
Flächen eine mäßige Bedeutung hinsichtlich des Schutzgutes Klima und Luft zu. Lufthygienische
Vorbelastungen bestehen durch die direkt angrenzende A92.
Verbleibende Beeinträchtigungen Schutzgut Klima/Luft:

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Durch die Erwärmung der Solar-Module kommt es zu einer Veränderung des Kleinklimas.
Punktuelle Erwärmungen können durch die angrenzenden, teilweise zur Ergänzung vorgesehenen
Gehölzstrukturen kompensiert werden. Großräumige klimatische Zusammenhänge werden durch
die vorliegende Planung unerheblich beeinflusst. Die energetische Verwertung von Sonnenenergie
trägt zum Klimaschutzgedanken und dem Ziel, regenerative Energien zu fördern, bei.
4.4 Schutzgutaspekt Wasser

-

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Im Zuge der Überplanung mit Photovoltaikmodulen ergibt sich nahezu keine Versiegelung. Das
Niederschlags- bzw. Oberflächenwasser wird direkt auf den Grundstücken schadlos versickert.
Verbleibende Beeinträchtigung Schutzgut Wasser:

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Das Grundwasser wird durch die Umnutzung nicht zusätzlich belastet. Die Belange des
Trinkwasserschutzes im Vorranggebiet für öffentliche Wasserversorgung T62 Siebensee Stadt
Landshut werden durch die vorliegende Planung nicht beeinträchtigt (RP 13 B I 2.1.1.1 Z i.V.m.
LEP 7.1.2 Z). Für Flächen innerhalb des durch Rechtsverordnung vom 29.07.2016 festgesetzten
Überschwemmungsgebietes des Klötzlmühlbaches wird durch die vorliegende Planung keine
bauliche Nutzung begründet, die vom Verbot aus § 78 Abs. 1 Satz 1 WHG erfasst ist.

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4.5 Schutzgutaspekt Arten und Lebensräume
Das Planungsgebiet ist im Bestand intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die Randbereiche sind
teilweise gut durchgrünt.
-

Verbleibende Beeinträchtigung Arten und Lebensräume:

Gegenüber dem Ist-Zustand führt eine Nutzung mit Photovoltaik zu keinem Verlust des
Lebensraumes von Pflanzen und Tieren. Die vorhandenen Gehölzstrukturen und Biotope entlang
des Seebachs werden nicht beeinträchtigt, können bestehen bleiben und sind teilweise zur
Ergänzung vorgesehen. Temporär können aufgrund der Bautätigkeiten Beeinträchtigungen
auftreten. Eine Populationsbeeinträchtigung ist jedoch nicht zu befürchten.

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Die Fläche wird derzeit als Ackerland genutzt. Das Planungsgebiet ist durch die östlich
angrenzende A 92 und die querende 110 KV-Hochspannungsfreileitung vorbelastet.
Die Vegetation im Änderungsbereich ist geprägt durch intensive Ackerlandnutzung. Lediglich
entlang des Seebachs sind gewässerbegleitende, z.T. unter den Schutz des § 30 BNatSchG
fallende Feuchtflächen, ergänzt durch Einzelgehölze und Feuchtgebüsche vorhanden.

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Eine im Rahmen der Vorbereitung zur Erneuerung der A 92 durchgeführte Kartierung ergab einen
Fundpunkt des Kiebitzes auf der westlich benachbarten Feldflur. Außerdem ist nach Rücksprache
mit der Unteren Naturschutzbehörde mit dem Vorkommen des Bibers zu rechnen. Im Rahmen der
parallel durchgeführten verbindlichen Bauleitplanung kommt eine spezielle artenschutzrechtliche
Prüfung mit Datum vom 08.11.2019 zu dem Ergebnis, dass durch die vorliegende Planung keine
erheblich nachteiligen Auswirkungen auf geschützte Tierarten, insbesondere Kiebitz,
Wiesenschafstelze, Goldammer und Feldlerche, verursacht werden.

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4.6 Schutzaspekt Landschaftsbild

-

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Die geplante Nutzungsänderung und die damit verbundene Überstellung mit Photovoltaikmodulen
wird das Landschaftsbild verändert. Durch die angrenzende Autobahn A92 und die 110 KVHochspannungsfreileitung ist das Landschaftsbild bereits vorbelastet. Durch die Entwicklung von
Grünstrukturen werden unter Berücksichtigung artenschutzrelevanter Kulissenwirkung die Anlagen
bestmöglich in den Landschaftsraum eingebunden.
Verbleibende Beeinträchtigung Schutzgut Landschaftsbild:

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Die geplanten Photovoltaikfelder werden durch bestehende und geplante Grün- und
Gehölzstrukturen bestmöglich eingebunden. Die vorliegende Planung wirkt sich im
landschaftlichen Vorbehaltsgebiet Nr. 17 („stadtnahe Isaraue und Niederterrasse um Landshut
sowie ehemaliges Niedermoorgebiet der Münchener Schotterebene“) auf Grund des durch die
Autobahn A 92 und die Hochspannungsleitungstrasse vorbelasteten Standortes nicht erheblich
negativ auf die Belange der Landschaftspflege und des Naturschutzes aus (RP 13 B I 2.1.1.1 Z
i.V.m. LEP 7.1.2 Z) und steht in diesem Zusammenhang im Einklang mit den Grundsätzen und
Zielen der Raumordnung, Freiflächen-Photovoltaikanlagen möglichst auf vorbelasteten Standorten
zu realisieren (LEP 6.2.3 G), um erneuerbare Energien verstärkt zu erschließen und zu nutzen
(LEP 6.2.1 Z).

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4.7 Schutzgutaspekt Bodendenkmäler

Im Änderungsbereich sind keine Bodendenkmäler bekannt.
Verbleibende Beeinträchtigung Schutzgutaspekt Bodendenkmäler:

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Entlang des Klötzlmühlbaches reihen sich vor allem im Westen des Änderungsbereiches
zahlreiche Bodendenkmäler aneinander. Offensichtlich war die Lage auf der Niedertrasse in der
Nähe des Baches eine bevorzugte Siedlungslage. Es ist daher zu vermuten, dass sich auch im
vorliegenden Änderungsbereich vor- und frühgeschichtliche Siedlungsreste erhalten haben. In
Bereichen, in denen Bodendenkmäler zu vermuten sind, bedürfen gemäß Art. 7.1
Denkmalschutzgesetz (DSchG) Bodeneingriffe aller Art einer denkmalrechtlichen Erlaubnis. Diese
ist
in
einem
eigenständigen
Erlaubnisverfahren
bei
der
zuständigen
Unteren
Denkmalschutzbehörde (Amt für Bauaufsicht und Wohnwesen der Stadt Landshut) zu beantragen.
Durch die geplante Freiflächen-Photovoltaikanlage sind keine erheblichen Bodeneingriffe und
damit keine negativen Auswirkungen auf Bodendenkmäler zu erwarten.
5.

Aufzeigen der geplanten Maßnahmen zur Vermeidung, Verminderung und zum
Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen

5.1 Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen
Hinsichtlich der Darstellung der Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen wird auf den
Umweltbericht zum Bebauungsplan verwiesen.
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5.2 Ermittlung des Kompensationsbedarfs
Eine entsprechende Bilanzierung des Vorhabens wurde im Rahmen der naturschutzrechtlichen
Eingriffs-/Ausgleichsbilanzierung, als Bestandteil des Umweltberichts zum Bebauungsplan
vorgenommen.
5.3 Maßnahmen Artenschutz

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Eine artenschutzrechtliche Prüfung wird im Bebauungsplanverfahren durchgeführt. Hinsichtlich der
Darstellung sich daraus ergebenden Artenschutzmaßnahmen wird auf den Umweltbericht bzw. die
spezielle artenschutzrechtliche Prüfung zum Bebauungsplan verwiesen.

Landshut, den 20.12.2019
STADT LANDSHUT

Landshut, den 20.12.2019
Baureferat

Alexander Putz
Oberbürgermeister

Doll
Ltd. Baudirektor

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